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Glimmer-Tintling (Coprinellus micaceus)
Ein dichter Cluster von Coprinellus micaceus, ein kosmopolitischer Saprophyt, hier einen verdeckten Weidenstumpf bewachsend (Fundort Niedersachsen). Der Basidiomycete dient als Modellorganismus, um Zellteilung und Meiose zu untersuchen. Junge Fruchtkörper schimmern wie Glimmer (Mica), was die Namensgebung erklärt. Der Pilz ist essbar, autolysiert aber innerhalb weniger Stunden. Bild: R. G. Berger

Warum sind Basidiomyceten interessant?

Unter den schätzungsweise 20.000 Fruchtkörper-bildenden Arten (Ainsworth and Bisby´s Dictionary of the Fungi, ed. 9; 2001) sind viele ökonomisch wichtige Kulturarten (hauptsächlich aus der Klasse Agaricomycetes, Unterstamm Agaricomycotina). Allein in China sind 950 unterschiedliche Arten als essbar bekannt, von denen etwa 50 gewerblich kultivert werden (Rühl und Kües 2007). Weltweit ist Agaricus bisporus (Zuchtchampignon) der am meiste kultivierte Speisepilz, gefolgt von Lentinula edodes (Shiitake) und Pleurotus spp. (Seitlinge). Pflanzen-Pathogene, wie Pucciniales (Rostpilze) und Ustilaginomycotina (Brandpilze), und einige opportunistische Human-Pathogene (aus der Ordnung Filobasidiales in der Unterabteilung der Agaricomycotina) sind ebenfalls Basidiomyceten.