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Agaricomycetes

Aufgrund der einzigartigen Enzymkombinationen, die pflanzliches Material abbauen, und der vielfältigen und ungewöhnlichen Sekundärmetaboliten sind vor allem Agaricomycotina (Ständerpilze) für die Biotechnologie von großem Interesse. Diverse Arten sind essbar und als Bestandteil der menschlichen Ernährung bewährt, für andere werden zahlreiche volksmedizinische Einsatzmöglichkeiten berichtet.

Viele Pilze sind in der Wahl ihres pflanzlichen Gegenstückes selektiv. Die bevorzugte Baumart für symbiotische, pathogene oder Holz-abbauende Pilze wird oft im taxonomischen Namen wiedergegeben (Birken- betulinus, Eichen- quercophilus, Kiefern- pini; Holz- silvaticus, silvicola).

Einige Organismen wachsen problemlos auf Agrarabfällen wie Stroh oder Dung. Andere bevorzugen Holzschnitzel oder Sägemehl. Agrarindustriell ist die Bildung von Fruchtkörpern schwer kontrollierbar - kommerzielle Kultivierung stellt noch immer eine Herausforderung für Pilzproduzenten dar.

Früher hielt man in vitro Kultivierung für kompliziert und schwer reproduzierbar, aber inzwischen sind schnell wachsende Stämme bekannt. Die Kultivierung im Labor kann auf Agar-Platten, auf organischen Substraten und in Festbett-Bioreaktoren erfolgen. Die submerse Kultivierung in Schüttelkolben und Rührkessel-Reaktoren ist inzwischen Standard, um schnell große Mengen an homogener Biomasse zu produzieren.